Theodor, irgendwann wirst du diese Bilder ansehen und Fragen stellen: „Wer hält mich da im Arm? Warum hatte ich das an? Und wer war eigentlich der Mann mit der Kamera?“
Die letzte Frage kann ich dir beantworten. Ich war da, um deine Taufe in Künzelsau festzuhalten. Damit du später etwas von einem Tag entdecken kannst, an den du selbst wahrscheinlich keine Erinnerung haben wirst – von dem deine Familie dir aber bestimmt noch erzählen wird.
Das mag ich so sehr an der Tauffotografie. Heute warten die Eltern auf die Bilder. Sie möchten den Tag noch einmal sehen, Fotos mit der Familie teilen und ihre Lieblingsmomente aufbewahren. Doch irgendwann schaut das Kind selbst hin. Erkennt vertraute Gesichter, lacht über die Kleidung von damals und fragt vielleicht nach einer Person, die es auf einem Foto besonders fest im Arm hält.
Wenn ich eine Taufe fotografiere, denke ich deshalb auch an diesen späteren Blick. An die Fragen, die erst in vielen Jahren kommen. Und daran, dass ein Bild, das heute ganz selbstverständlich wirkt, einmal besonders viel bedeuten kann.
Lieber Theodor, bis du deine eigenen Fragen stellst, bewahren diese Fotografien ein kleines Stück deines Anfangs. Ich wünsche dir, dass du sie eines Tages mit deinen Liebsten anschaust – und dass aus jedem Bild eine neue Geschichte wird, die ihr euch erzählt.