Manche Begegnungen bleiben über einen einzelnen Auftrag hinaus. Karolines Eltern habe ich etwa zwei Jahre zuvor bei einem anderen Fest kennengelernt. Wir blieben in Kontakt. Als wir uns zu ihrer Taufe in Crailsheim wiedersahen, war ein neues Familienmitglied dabei – und diesmal drehte sich der Tag um sie.
Begonnen hat die Begleitung zu Hause. Menschen kamen ins Zimmer und gingen wieder, Karoline wurde angezogen und zwischendurch auf den Arm genommen. Diese Zeit mag ich als Fotograf besonders: Die Vorbereitungen laufen noch, und zugleich entstehen schon Bilder davon, wie eine Familie miteinander umgeht.
Karoline beobachtete neugierig, was um sie herum geschah. Sie war ruhig, lächelte und ließ sich von den vertrauten Menschen begleiten. Damals war sie noch nicht auf unseren gemeinsamen Fotos. Nun kamen alle für sie zusammen. Auch ein lieber Mensch aus Rumänien war für diesen Tag angereist.
In der Kirche wurde es stiller. Eltern und Paten begleiteten Karoline durch die Taufe. Die beiden Paten waren aufmerksam, herzlich und ganz bei ihr. Mit dem Paten habe ich an diesem Tag viel gescherzt; die Begegnung war unkompliziert und vertraut. Solche Menschen prägen auch die Atmosphäre, in der ich fotografiere.
Zu einer Taufreportage gehören für mich die gemeinsamen Momente ebenso wie die kleinen Dinge dazwischen. Die Kerzen, ein Blick, die Nähe auf dem Arm: Zusammen erzählen sie mehr als ein einzelnes Porträt. Ich möchte festhalten, wie dieser Tag für die Menschen um Karoline aussah.
Karoline wird sich später nicht so an ihre Taufe erinnern können wie die Erwachsenen. Die Fotografien können ihr zeigen, wer dabei war und wer sie gehalten hat. Für mich war es schön, wieder mit dieser Familie Zeit zu verbringen und ein weiteres Stück ihrer Geschichte festzuhalten.
Ihr möchtet die Taufe eures Kindes fotografisch begleiten lassen?